P U R G A T O R I O – der Läuterungsberg


Dieser Planet Erde – ein Ort der Läuterung?

Eine Auffassung, die sich durch alle Erlösungsreligionen zieht.
Das Dasein auf der Erde ist nur ein Zwischenstadium auf dem Weg zum endgültigen, ewigen Sein.
Auf diesem Wege gilt es sich zu bewähren, zu läutern, im Fegefeuer sich zu reinigen fürs ewige Licht.

Diese Ansicht muss Dante gehabt haben, als er in seiner Göttlichen Komödie in einer Kapitelüberschrift den Purgatorio, den Läuterungsberg beschreibt.
Er beschreibt sehr greifbar die Läuterungen, die die verschiedenen Charaktere durchstehen müssen.
Von den Geizigen, Neidischen, Zornigen, Verdrossenen, bis hin zu denen, die schon im Fegefeuer sind; den Gewalttätigen, den Betrügern, den Mördern.
Jeder muss seine eigenen Qualen, Verhaltensweisen die seiner bisherigen Geistesauffassung gegenüberstehen, durchleben um geläutert zu werden.
Die Mittel der Läuterung waren bei Dante oft sehr drastischer Natur und mit körperlichen Leiden verbunden.

Soweit Dante, doch was geht er mit seiner mittelalterlichen Auffassung uns an?

Das Fegefeuer ist nicht irgendwo im Jenseits, das Fegefeuer ist im Hier und Jetzt.
Die Chance auf Läuterung ist im Hier und Jetzt. Die Chance liegt in diesem Leben, da gilt es sich zu bewähren. Hier muss der Versuch gemacht werden den Kreislauf der Geburten durch Hinwendung zum höheren Selbst und durch Erkennen der seelischen und materiellen Verstrickungen zu lösen.
Durch Einsicht in unsere Abhängigkeiten und in die wahre Natur der Dinge, können wir versuchen den gordischen Knoten zu lösen.
Zu dieser Einsicht gehört auch das Erkennen der Unvermeidbarkeit der Ereignisse.
Man muss durch das Tal der Finsternis gehen, die Sümpfe der Traurigkeit hinter sich lassen um geläutert durch eigene Erfahrung zu einer weiten, offen Seelenhaltung zu kommen, die bereit ist das Licht aufzunehmen.

Meine Bilder – eine Ortsbeschreibung des Läuterungsberges, ein Aufzeigen von möglichen Verstrickungen und von Geisteshaltungen, die tief in unserem Unbewussten wurzeln und uns in manche Abhängigkeiten halten.


Herbert Ramsauer


(Dieser Text begleitete die Gemeinschaftsausstellung PURGATORIO von Paul Maile und mir. Das Titelbild dazu ist das Eingangsbild meiner Webseite, andere Portraits in meiner Galerie waren ebenfalls in dieser Ausstellung vertreten.)



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